whic Sujet I – Fettercairn 2006/2017 Madeira Hogshead Finish

Vor ein paar Tagen traf ein Paket mit hauseigenen Abfüllungen des Onlinehändlers whic.de ein, welches Inhaber Arne Wesche für mich geschnürt hatte. Darin enthalten waren u.a. Whiskies aus der in diesem Jahr erschienen Sujet-Reihe (hier der Leitartikel). Anfangen möchte ich deshalb mit der Besprechung des Sujet I, einem 10jährigen Fettercairn mit einem Madeira Hogshead Finish.

Whic Sujet I – III

Die Idee hinter Sujet

whic.de veröffentlichte in diesem Jahr eine neue hauseigene Abfüllungsserie unter dem Namen Sujet. Es handelt sich um drei Single Malt Whiskies aus Sherry Octaves bzw. Madeira Hogsheads. Alle Whiskies sind naturbelassen und quasi “straight from the cask”, also ohne die Zugabe von Farbstoff, nicht kältefiltriert und in Fassstärke abgefüllt.

Für die Labels der neuen Sujet Reihe wählte whic.de eine Serie von Aktstudien, welche das Werk der litauischen Künstlerin Ruta Grigaitė sind und den Flaschen optisch ein sehr eigenständiges Design verleihen. Die Farbwahl der jeweiligen Skizze soll dabei den Grundcharakter des Malts widerspiegeln.

Die kunstvollen Zeichnungen wurden jedoch nicht ohne Grund gewählt, wie Arne Wesche in der offiziellen Pressemitteilung erklärt:

 

“Whisky ist flüssige Kunst. Wir wollten unserer neuen Auswahl an Abfüllungen einen angemessenen Rahmen geben und verbinden mit unserer Sujet-Reihe Whiskyhandwerkskunst mit bildender Kunst.”

Sujet I: Fettercairn 2006/2017 Madeira Hogshead Finish

Hauseigene Abfüllungen aus der Brennerei Fettercairn sind bis auf den Fior derzeit nicht verfügbar. Die interessantesten Whiskies der Brennerei finden sich bei den unabhängigen Abfüllern wieder.

Dabei ist Fettercairn eine der ältesten lizensierten Brennereien Schottlands. Gegründet 1824 von Sir Alexander Ramsay im Zuge des Customs an Excise Act von 1823, welcher die Steuern auf Whisky drastisch reduzierte, geht ihr Name auf das zur Brennerei umgewandelte Mühlengebäude zurück.

1887 zerstöre ein Feuer einen Großteil der Einrichtung, woraufhin der Betrieb für drei Jahre stillstand. Nachdem 1890 die Produktion wieder aufgenommen werden konnte, folgte im Jahr 1926 dennoch die Schließung bis 1939, als die Associated Scottish Distillers Ltd. die Destillerie übernahm. In den 1960er erhöhte der Eigentümer die Produktionskapazität, indem ab sofort auf insgesamt vier Brennblasen gebrannt wurde. Es folgten mehrere Besitzerwechsel bis die Brennerei schließlich an Whyte & MacKay ging.

Der Großteil der Produktion geht in der Blended Whisky Industrie auf. Schön, dass es dennoch einige Fässer in das Sortiment der unabhängigen Abfüller schaffen.

Notes

Dieser Fettercairn aus dem Jahr 2006 ist auf 420 Flaschen limitiert. Abgefüllt wurde er mit 52,6% vol. Dieser Whisky lagerte zunächst in Ex-Bourbonfässern und erhielt anschließend ein Finish von mehr als acht Monaten in einem Madeira Hogshead.

Er wirkt anfänglich noch ein wenig verschlossen. Rosine, getrocknete Feige, ein bisschen Lebkuchengewürz steigen in die Nase auf. Lassen wir ihm etwas Zeit, tritt eine deutliche Veränderung ein. Die Früchte werden frischer, hin zu gerade gepflückten Brombeeren und Himbeeren mit einer leicht süß-säuerlichen Note. Dazu gesellt sich eine cremige Nuss-Nougat Schokolade mit einer ausgeprägten Nussigkeit von Haselnüssen. Besonders gut gefallen mir die deutlich wahrnehmbaren Röstaromen, welche die Nussigkeit noch mehr unterstreichen.

Am Gaumen dann anfänglich eine angenehm cremige Textur mit einem deutlichen Prickeln (diese kleinen Nadelstiche auf der Zunge), Karamell, Rosine und Feige mit etwas Eiche. Die Nuss-Nougat Schokolade ist nun auch wieder da, kleidet den Mund aus gepaart mit einer leichten Schärfe.

Der Nachklang ist kräftig, wärmend und lang, wieder mit mehr Frucht und Säure. Jetzt habe ich wieder die etwas frischeren Brombeeren und Himbeeren. Sehr schön komplex.

Ein vortrefflich ausgesuchtes Fass! Nuss-Nougat Schokolade mit ausgeprägter Nussigkeit wechselt sich mit Rosinen und getrockneten Feigen und frischen Waldfrüchten ab, so, als wären da mehrere Schichten übereinander gelegt, die es zu ergründen gilt.

Ich bin schon sehr auf die weiteren Abfüllungen der Reihe gespannt.

Björn Bachirt

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