The Barreliers: Ardmore 6 Jahre

Mit dem 6jährigen Ardmore feierten die Brüder Alex und Chris im letzten Jahr ihre Premiere. Ein gelungenes Debüt für die “The Barreliers”, denn diese Einzelfassabfüllung war doch recht schnell vergriffen. Das dürfte nicht zuletzt an der ansprechenden Qualität dieses jungen Single Malts liegen, den ich nun probieren durfte. 

Zum ersten Mal kam ich mit “The Barreliers” in Kontakt, als ich unverhofft eine Miniatur des 6jährigen Miltonduff erhielt. Dieser, in einem 1st Fill Bourbon Barrel gereifte und mit kräftigen 62,1% vol. abgefüllte Single Cask Whisky gefiel mir wirklich außerordentlich gut. Zu meinem Bedauern stellte ich jedoch fest, dass ich die erste Abfüllung, den 6jährigen Ardmore, schon verpasst hatte. Offenbar kam dieser so gut an, dass die insgesamt 193 Flaschen schnell verkauft waren. Nun gibt es zum Glück aufmerksame Leser und Kollegen wie Malte Schweia, der seit Kurzem auch als Markenbotschafter für “The Barreliers” tätig ist und gleichzeitig den lesenswerten Blog “A Dr(e)am of Sea” sowie einen gleichnamigen Youtube-Kanal unterhält und mir noch eine Miniatur des Ardmore zukommen ließ. Ich sende an dieser Stelle liebe Grüße in den hohen Norden!

Nun, was wissen wir über den Kandidaten hier? Dieser Ardmore wurde am 30. Juni 2010 destilliert und am 09. Februar 2017 mit 62,5% vol. abgefüllt, nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert (ich finde es ja nach wie vor schade, wenn man das noch dazuschreiben muss, denn ich wünschte, es wäre selbstverständlich).

Die Brennerei Ardmore wurde im Jahr 1898 durch das Unternehmen William Teacher & Sons gegründet und zwar zunächst allein zu dem Zweck, Single Malt für den Teachers Blend zu produzieren. Es folgte ein stetiger Ausbau der Produktionskapazitäten mit der Erweiterung auf insgesamt vier Brennblasen im Jahr 1955 und einer weiteren Aufstockung auf acht Brennblasen im Jahr 1974. Noch heute fließt ein überwiegender Teil der Produktion in den Teachers Blended Scotch Whisky. Die Brennerei gehört mittlerweile zum Beam Suntory Konzern.

Notes

Ardmore 6 Jahre, 62,5% vol., The Barreliers 

Angaben zur Fassreifung machen Alex und Chris bei diesem Single Malt nicht. Auf dem Label heißt es lediglich “in a barrel”, aber ich würde mal auf ein Ex-Bourbonfass tippen. Die Farbe des Whiskys fällt ausgesprochen hell aus, fasst wie Weißwein. Nach sechs Jahren Reifung sicher auch nicht anders zu erwarten.

Eine ganz leichte rauchige Lagerfeuernote strömt mir entgegen. Wirklich sehr dezent und zurückhaltend, aber dennoch spürbar vermischt sie sich mit kräftigen Getreidenoten, Cerealien, Frühstücksflocken, Haferkeksen, floral und cremig. Der Alkohol ist spürbar, nicht scharf, aber kühlend. Jugend braucht Zeit, um sich zu entfalten, also bleibt er eine Weile im Glas, bevor es weitergeht. Zu den Getreidenoten gesellen sich nun zarte Fruchtaromen, Birne und helle frische Aprikosen.

Ein paar Tropfen Wasser verleihen diesen fruchtigen Aromen noch etwas mehr Ausdruck, wobei der Duft von Haferflocken/Haferkeksen stets präsent bleibt. Dagegen ist der Rauch nun völlig verschwunden. Allerdings gefällt er mir ohne Wasser besser, denn neben den fruchtigen Aromen kommt auch der Alkohol noch etwas stärker durch und wirkt nun schärfer als zuvor.

Der Antritt am Gaumen ist kräftig, der Alkohol schiebt doch ordentlich an. Wieder diese Cerealien, Haferkekse, Malz und nun auch Vanille, die ich in der Nase anfangs vermisst habe. Die Birne und die Aprikose sind auch wieder da. Im Geschmack hält dieser Malt, was die Nase versprochen hat.

Der Nachklang ist eher kurz. Zu der immer noch präsenten Getreidenote gesellt sich ein Hauch Milchschokolade und nun auch etwas Eichenwürze mit einer leichten Bitterkeit.

Fazit

Sowohl mit dem Ardmore als auch mit dem Miltonduff haben “The Barreliers” ein ausgesprochen gutes Händchen bei der Fassauswahl bewiesen, denn beide sind absolut gelungen, jugendlich, frisch, kräftig. Mit persönlich gefällt tatsächlich der Miltonduff mit seiner schönen Fruchtigkeit und dem ausgeprägten Vanillearoma besser. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, welche Fässer 2018 abgefüllt werden.

Björn Bachirt

Links

The Barreliers

A Dr(e)am of Sea by Malte Schweia mit Youtube-Kanal

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