Whisky & Art: Scotland at it’s best

Wenn erlesene Whiskies, Kunst und Musik Menschen zusammenbringen steht einem verheißungsvollen Abend nichts mehr im Wege. So geschehen beim Tasting Anfang April unter dem Motto „Scotland at it’s best“, veranstaltet von Whisky & Art in Essen.


Das erste Zusammentreffen mit David Christopher Schlierenkämper, Gründer des Projekts Whisky & Art, ist noch nicht allzu lange her. Ich hatte in einem Messebericht zur Whisky’n’more in Hattingen 2017 darüber gelesen und wollte mehr darüber wissen, wie sich Kunst und Whisky miteinander vereinen lassen. Also trafen wir uns im September letzten Jahres auf der sonnenverwöhnten Dachterrasse des Unperfekthaus in Essen und plauderten munter drauf los (den Artikel hierzu findet Ihr hier). Dabei kamen wir auch auf die Tastings zu sprechen, die im Frühjahr und Herbst/Winter regelmäßig veranstaltet werden und sich offenbar großer Beliebtheit erfreuen, denn die damals anstehenden Termine für den Winter waren bereits ausgebucht. Blieb also nach dem Jahreswechsel noch der Frühling mit einer Veranstaltung unter dem vielversprechenden Titel „Scotland at it’s best“. Da sollte doch für einen Single Malt Enthusiasten was dabei sein. Schließlich hatte ich David Christopher’s Beiträge über das Jahr hinweg verfolgt, so beispielsweise auch Kurzberichte über seine Reise nach Schottland. Vielleicht hat er ja sogar was von der Insel mitgebracht… Also auf nach Essen zum Unperfekthaus.

Room No. 154

Das Unperfekthaus – diese quirlige Begegnungsstätte fasziniert mich immer wieder aufs Neue. In ungezwungener Atmosphäre scheint sich hier alles und jeder zu tummeln: Familien mit Kindern, Studenten, Künstler, Individualisten. Da sitzen Menschen an Tischen und spielen Brett- oder Kartenspiele, in anderen Räumen werden offenbar Projekte geplant oder Lerngruppen gebildet, während nebenan Eltern mit ihren Kindern zum Essen vorbeischauen oder Künstler in ihren Ateliers an ihren Werken arbeiten.

Und mittendrin: Raum Nr. 154! Ein Veranstaltungssaal mit holzvertäfelten Wänden, in der Decke eingelassener Beleuchtung und Veranstaltungstechnik, der schon für sich genommen einiges her macht, am heutigen Abend durch das Arrangement jedoch noch einmal an Atmosphäre gewinnt.

David Christopher ist Perfektionist und überlässt nichts dem Zufall, sei es nun das Eindecken der Tische oder die Kontrolle jedes einzelnen Glases. Zusammen mit Künstler Mario Bitzer hat er den Raum eigens hergerichtet. An den Wänden hängen die Gemälde mit Motiven schottischer Landschaften und Brennereien in ihren typischen, kraftvollen, ja sommerlichen Farben. Diese werden wahrscheinlich in der Realität selten so erstrahlen wie hier, aber wozu gibt es denn künstlerische Freiheit? Die Lichtstimmung setzt die Bilder gekonnt in Szene. Der Raum bietet zudem ausreichend Platz für die dreißig angemeldeten Teilnehmer. Wer ein Ticket gebucht hat, darf sich zur Vorbereitung oder in der Pause übrigens am Buffet stärken.

Musikalisch wird der Abend von Christian Schigulski begleitet. Wir sind schließlich im Ruhrgebiet. Was passt da besser als Christian’s Lieder mit Geschichten aus dem Alltag der Menschen hier, insbesondere derer, die im Tagebau malocht haben. Die Texte dazu mal humorvoll, mal mit einem Augenzwinkern, aber auch mit ein wenig Wehmut an eine Zeit erinnernd, als der Tagebau noch das Leben der Menschen hier prägte. Begleitet wird Chrisitan heute von dem Essener Jazz-Gitarristen Jan Bierther.

Wenden wir uns aber nun so langsam den Abfüllungen des heutigen Abends zu. David Christopher möchte seinen Gästen unter dem Motto „Scotland at it’s best“ einige Raritäten präsentieren. Jeder definiert sicherlich den Begriff “Raritäten” für sich anders. Für den einen müssen es schon Abfüllungen aus längst geschlossenen Destillerien sein, vielleicht auch Macallan aus den 70er oder 80er Jahren, oder alte Springbanks. Ein solches Tasting ist aber nicht für einen Preis um 100 Euro zu bekommen, noch dazu mit kulinarischer Begleitung und Musik.

Für David Christopher bedeuten Raritäten vor allem Whiskies in begrenzter Anzahl, die deshalb nur für eine vermeintlich kurze Zeit erhältlich sind bzw. waren, oder solche, die man vielleicht hierzulande gar nicht oder nur sehr schwer bekommen kann. David Christopher hatte hierzu ursprünglich ein Special des unabhängigen deutschen Abfüllers Malts of Scotland (MoS) aus Paderborn angekündigt. Ich habe ein großes Herz für unabhängige Abfüller, finden sich dort zumeist doch erlesene Tropfen auch älterer Jahrgänge noch zu einigermaßen erschwinglichen Preisen, nicht selten Einzelfässer oder kleinere Batches in Fassstärke und absolut naturbelassen. Dennoch hat es mich gefreut, dass David Christopher das Line-up doch um ein paar Originalabfüllungen ergänzt und kein reines MoS-Tasting geboten hat.

Im heutigen Line-up finden sich folgende Abfüllungen wieder:

  • Jura 21 Jahre, old bottling, Originalabfüllung, 40% vol.
  • MoS Images of Dufftown „Clock Tower“, 25 Jahre, 53,2% vol.
  • MoS Warehousshop „Strathisla“, 24 Jahre, 56,2% vol.
  • Glengoyne „Teapot Dram“ Batch No. 005, 59,5% vol.
  • The Macallan, Classic Cut 2017, 58,4% vol.
  • Garrison Brothers Texas Straight Bourbon Whiskey, Single Barrel, abgefüllt für Total Wine & More, 47% vol.
  • MoS Laphroaig Sherry Hogshead, 18 Jahre, 51,8% vol.

Dann legen wir mal los…

Jura 21 Jahre

Den Auftakt macht heute ein 21 Jahre alter Jura (Originalabfüllung) mit 40% vol., allerdings noch eines der älteren Bottlings, so wie man es aktuell wohl kaum noch bekommt. 21 Jahre Reifung, zum Teil in Sherryfässern, haben diesem Malt ein sehr kräftiges Eichenaroma verpasst, welches anfänglich die Nase dominiert. Allerdings bietet dieses Tasting genügend Zeit, um sich mit jeder Abfüllung eine Weile zu beschäftigen. Sehr begrüßenswert, denn so lassen sich diesem Malt hinter dem Vorhang aus kräftiger Eichenwürze doch sehr schöne Fruchtnoten entlocken, wie etwa ein Feld frischer Erdbeeren und ein Korb schwarzer Kirschen, dazu Malz, dunkel gebräunter Toast mit Butter, Vanille, Orangenmarmelade, Nelken und Sherry, vielleicht sogar mit dem Hauch einer Schwefelnote.

Ölig am Gaumen, weich, wieder diese herrlich frischen Erdbeeren, zugleich aber auch floral mit Nelke und Heu, Eiche, Sandelholz und einer angenehmen Nussigkeit (Walnuss). Auch im Nachklang macht sich die Eiche noch einmal bemerkbar. Lakritz und eine feine nussige Note runden das Bild eines durchaus gelungenen Einstiegs ab. Sicherlich hätte dieser Malt auch ein paar Prozent Alkohol mehr vertragen können, aber um die Geschmacksknospen im Mund auf den Abend einzustimmen, erweist er sich als eine durchaus passende Wahl.

Images of Dufftown „Clock Tower“

Mit dem Images of Dufftown „Clock Tower“ wartet als nächstes die erste Abfüllung aus dem Hause Malts of Scotland auf die Teilnehmer. Der Name der Brennerei wird auf dem Label der Flasche aus rechtlichen Gründen nicht verraten, genauso wie bei der ebenfalls bei Malts of Scotland erscheinenden „Images of Islay“ und “Images of Tain” Reihe. Trotzdem sei die Frage erlaubt, welche Destille dahinter steckt. Man wird ja zumindest mal spekulieren dürfen. Die Vermutungen gehen dahin, dass es sich um einen Glenfiddich handeln könnte. Bei einem Ausgabepreis von ca. 120 Euro pro Flasche wäre dies für einen 25 Jahre alten “Fiddich” ein wirklich fairer Kurs, wo wir auch gleich wieder bei der eingangs angesprochenen Thematik wären, warum ich unabhängige Abfüller so schätze.

Vor kurzem erhielt ich durch einen guten Freund (Danke, Andre!) die Gelegenheit, eine 26jährige Glenfiddich Originalabfüllung probieren zu dürfen. Diese liegt aktuell preislich bei immerhin ca. 380,00 Euro die Flasche, abgefüllt im Übrigen mit nur 40% vol. Diese MoS Abfüllung kam immerhin mit 53,2% vol. in die Flasche, destilliert im Übrigen im Jahr 1988 und abgefüllt 2013, limitiert auf 254 Flaschen.

Spekulationen hin oder her, vom Charakter könnte es sich durchaus um einen Whisky aus dem Hause Glenfiddich handeln. Helle Fruchtnoten strömen mir in die Nase, Birne, Pfirsich, Zitrusfrüchte zusammen mit einer ausgeprägten Malznote. Sehr feines, filigranes Destillat, etwas Vanille, weiße Schokolade, alles sehr harmonisch miteinander verbunden.

Dieser Eindruck setzt sich auch am Gaumen mit einer angenehmen Süße aus Vanille und Birne fort. Etwas weißer Pfeffer bringt als Kontrast eine leichte Schärfe mit. Malz, Eiche und der Hauch einer Zitrusnote vervollständigen das Bild. Im Nachklang klopft dann das erste Mal die Eiche mit einer angenehmen Würzigkeit an, begleitet von Malz- und Zitrusnoten. Egal, um welche Brennerei es sich nun handelt, der Tropfen ist einfach lecker!

MoS Warehouseshop Strathisla

Von meinem Platz aus blicke ich übrigens direkt auf eines meiner absoluten Lieblingsbilder von Whisky & Art, das Gemälde der denkmalgeschützten Brennerei Strathisla.

Passend hierzu gibt es heute Abend von Malts of Scotland einen Strathisla aus einem Bourbon Hogshead, destilliert 1992 und abgefüllt im Jahr 2016 mit 56,2% vol, limitiert auf nur 121 Flaschen.

Die Reaktionen der Teilnehmer lassen wohl auf eines der Highlights an diesem Abend schließen. Allerdings finde ich ihn am Anfang, trotz des hohen Alkoholgehalts, eher etwas verhalten und vermag diesen Malt noch nicht recht einzuordnen. Also lassen wir ihn mal ein paar Minuten atmen. Soviel Zeit muss sein, um diesem Tropfen Ehre zu erweisen. Er dankt es mir mit floralen Noten nach frisch gemähtem Gras und Heu dazu nun ein Früchtekorb aus hellen reifen Früchten, Äpfel, Orangen und konzentriertem Orangenöl. Dazu als Kontrast die Eiche mit einer schönen Würzigkeit.

Das Gefühl am Gaumen ist für mein Empfinden aber nochmal eine deutliche Steigerung: Süß, vollmundig, kräftiger Antritt, Pfeffer und Muskat harmonieren mit einer schönen Fruchtigkeit. Dieser Malt gewinnt noch einmal deutlich mit der Zugabe von Wasser, denn die Schärfe geht zurück, während die fruchtigen Aromen betont werden; besonders Orange und Orangenschale sind nun sehr präsent und kommen mit einer angenehmen Vanillenote daher. Je mehr Zeit dieser Malt bekommt, desto mehr florale und malzige Aromen sind wahrnehmbar. Da lasse ich mir doch gerne über die Pause hinweg noch einen Rest im Glas…

Glengoyne Teapot Dram Batch No. 005

Verlassen wir zunächst einmal die Abfüllungen von Malts of Scotland und wenden uns einer Brennerei zu, die oft (zu Unrecht) ein Schattendasein fristet – Glengoyne, die südlichste Brennerei in den Highlands, die zugleich die Grenze zu den Lowlands markiert.

Die sogenannten „Teapot Batches“ sind eine Referenz an Zeiten, als die Arbeiter in der Brennerei ihre täglichen Rationen Whisky in Teekannen bekamen. Eine Tradition, die man zwischenzeitlich abgeschafft hat. Mittlerweile ist schon das fünfte Batch des Glengoyne Teapot Dram erschienen, welcher nur vor Ort in der Brennerei erhältlich ist und den David Christopher von seiner letzten Schottlandreise mitgebracht hat. Großartig, dass er diese Abfüllung nun mit seinen Gästen teilt. 3181 Flaschen hat dieses Batch ergeben, abgefüllt in Fassstärke mit 59,5% vol und gereift in First-Fill Oloroso Sherryfässern. Zum Alter schweigt sich das Etikett allerdings aus.

Ein wahres Sherrybrett, bei dem das Fass eindeutig den Ton angibt und dem Brennereicharakter wenig Raum lässt. Gefällt mir hier allerdings außerordentlich gut. Kräftige Sherrynoten in der Nase, ausgelassene Butter, dunkle Früchte, schwarze Kirschen, eingekochte Brombeeren und Pflaumen, Datteln, süß, geröstete Haselnüsse, Toffee und dunkle Schokolade. Der Antritt am Gaumen ist nochmals süß, vollmundig und kräftig mit Kirschen, Pflaumen und Brombeeren. Im durchaus langen Nachklang kommt wieder mehr Schokolade durch mit einem Hauch gemahlenem Kaffee.

The Macallan Classic Cut 2017

Gegen den Glengoyne tritt im direkten Vergleich der Macallan Classic Cut 2017 an. David Christopher hat diesen von seiner letzten USA Reise mitgebracht. Das Besondere daran: Er ist in Fassstärke abgefüllt. Das letzte Mal, das ich einen Macallan in Fassstärke probieren durfte, war von einem unabhängigen Abfüller. Mit 58,4% kam dieser Macallan in die Flasche. Eine Angabe zum Alter findet sich auf dem Etikett nicht.

Auch hier wieder kräftige Sherrynoten, wenngleich ich ihn bei weitem nicht so harmonisch abgestimmt finde, wie den Glengoyne. Der Alkohol schiebt doch ordentlich an, sowohl in der Nase als auch am Gaumen. Getrocknete Datteln, Feigen und Pflaumen dazu etwas Eichenwürze und Nelke gepaart mit nussigen Aromen und vielleicht sogar etwas Schwefel sind wahrnehmbar. Der Geschmack hält, was die Nase versprochen hat. Schwerer Körper der sich auf die Zunge legt, dunkle getrocknete Früchte, Walnuss und schwarzer Pfeffer. Die Zugabe von Wasser bändigt diesen Macallan ein wenig. Der Nachklang fällt deutlich bitterer und trockener aus, mehr Eiche und Kaffee treten nun in den Vordergrund.

Eine wirklich interessante Erfahrung. Hätte ich aber die Wahl, ich würde lieber zum Glengoyne greifen.

Lone Star

Wechseln wir das Thema. Als nächstes in der Reihe: Der Garrison Brothers Texas Straight Bourbon, Single Barrel.

Moment mal! Stop! Lieber David Christopher, das Motto des heutigen Abends lautet „Scotland at it’s best“. Seit wann bitteschön stellen die Schotten Bourbon her? Mir wäre auch zu Ohren gekommen, wenn die patriotischen Texaner nun unter schottischer Flagge segeln würden.

Auch diesen Tropfen hat David Christopher von seiner letzten USA Reise mitgebracht und wollte ihn seinen Gästen einfach nicht vorenthalten, denn auch dieser Bourbon ist in Deutschland nur schwer zu bekommen und darf zumindest hierzulande als Rarität durchgehen, zumal der Gastgeber den Teilnehmern auch einfach mal den Kontrast zwischen einem Bourbon und einem Single Malt vor Augen führen wollte. Die Welt der Whiskys zeichnet sich schließlich durch eine ausgesprochene Vielfalt aus.

Mit dem was da aber ins Glas eingeschenkt wurde, damit hatten wohl die Wenigsten gerechnet. Ich darf hier einmal aus den Kommentaren der Teilnehmer zitierten: „Ich weiß jetzt, warum ich keinen Bourbon mag.“, oder „Ich hoffe, der letzte Whisky des Abends reißt das wieder raus.“. Natürlich alles mit einem Augenzwinkern und Sympathie für den Gastgeber. Nun, lieber David Christopher, wer so eine Abfüllung mit in den Abend nimmt, der muss natürlich mit Kritik rechnen.

Aber um was handelt es sich hier eigentlich? Die Garrison Brothers Distillery im „Lone Star“ State ist die erste und älteste legale Whiskey Brennerei in Texas und der erste Texas Straight Bourbon. Er wird als “Cowboy Bourbon” in kleinen Batches hergestellt. Im Gegensatz zu dem ansonsten bei der Herstellung von Bourbon zum Einsatz kommenden Sour Mash Verfahren, wird hier im Sweet Mash Verfahren destilliert, d.h. es werden nicht wie sonst üblich, der Maische ein Teil der Destillationsrückstände wieder zugesetzt. Alle Produktionsschritte erfolgen von Hand, bis hin zum Abfüllen und Etikettieren. Dan Garrison unterschreibt sogar auf jeder Flasche selbst!

Bei der Abfüllung, welche die Gäste heute Abend verkosten dürfen, handelt es sich um ein Einzelfass, welches exklusiv für die Kette “Total Wine & More” abgefüllt wurde. Total Wine unterhält über 200 Filialen in Nordamerika mit einer unglaublichen Auswahl an Whiskys aus aller Welt. Die Besonderheit des Bourbon der Garrison Bros.: Bei der Herstellung kommen Mais und Getreide aus regionalem Anbau (z.B. Panhandle Mais aus Dallam County) sowie Regenwasser zum Einsatz. Diese Einzelfassabfüllung stammt zudem aus einem sehr kleinen Fass, welches nur insgesamt 75 Flaschen (!) ergeben hat. Der Austausch des Destillats mit dem Holz muss daher sehr intensiv gewesen sein.

Das merken wir auch direkt, denn was da in die Nase aufsteigt ist anfänglich schon ein “Brett”, im wahrsten Sinne des Wortes: Ein kräftiges Holzaroma, frisch gesägte Holzscheite, Sägespäne und Holzlack bzw. Holzlasur. Kommt Zeit, kommt Rat bzw. kommen Aromen: Auch dieser Whiskey verdient Respekt vor dem Handwerk! Und er belohnt den Geduldigen durchaus mit einer angenehmen Süße aus Zuckerwatte, Honig, Vanille, Ahornsirup und Banane. Die 47% vol. verleihen ihm einen vollmundigen, zugleich aber sehr geschmeidigen weichen Antritt, weiterhin süßlich mit Honig und Vanille und der Assoziation nach einem fruchtigen Weingummi. Hat was, muss man aber mögen…

Rückblickend betrachtet hat mir dieser Teil des Abends besonders viel Spaß gemacht. So einen Bourbon hatte ich noch nicht im Glas. Sehr außergewöhnlich, individuell, einfach anders. Wahrscheinlich wird es nicht mein Lieblingswhisk(e)y werden, aber geschmacklich fand ich ihn doch sehr interessant.

MoS Laphroaig 2000 – 2018

Nach diesem „Ausritt“ wollen wir die Teilnehmer mal wieder versöhnen, dachte sich wohl auch David Christopher. Denn mit dem 18jährigen Laphroaig aus einem Sherry Hogshead, destilliert im Jahr 2000 und auf Flaschen gezogen im Jahr 2018 mit 51,8% vol. sind sich doch fast alle wieder einig: Eine herausragende Abfüllung!

Laphroaig hat bekanntlich gerade wegen seines kräftigen medizinischen Rauchs viele Fans. Ob diese hier glücklich werden, weiß ich zwar nicht, mir hat er aber sehr gut gefallen. Die 18 Jahre andauernde Reifung haben nichts mehr von medizinischen Noten hinterlassen. Angenehm und ausgewogen, mit einer deutlichen Speck- und BBQ-Note begegnet er nun den Teilnehmern. Sherry, Feigen, Kirschen und Orangen werden um eine schöne Eichenwürze ergänzt. Der Alkohol ist wunderbar eingebunden. Das setzt sich auch am Gaumen fort. Ein schönes Speck- und BBQ-Aroma belegt den Mundraum, fruchtig mit Feigen, Kirschen und Orangen, dazu leicht salzig auf den Lippen. Ich blicke in glückliche Gesichter!

Whisky & Art at it’s best

So geht ein genussvoller Abend in tollem Ambiente zu Ende. Wie bei Whisky & Art Tastings üblich, dürfen die angebrochenen Flaschen gerne noch in geselliger Runde im Anschluss an den offiziellen Teil geleert werden. Meine persönlichen Highlights waren zweifelsohne der Glengoyne Teapot Dram, der Laphroaig von Malts of Scotland und, einfach weil es eine interessante Erfahrung war, der Texas Straight Bourbon Single Barrel der Garrison Bros.

Danke an David Christopher und Mario Bitzer für den gelungenen Abend!

Wer sich über Tastings, Ausstellungen und Veranstaltungen von Whisky & Art informieren will, dem empfehle ich ein Besuch auf der Homepage. Selbstverständlich gilt auch weiterhin, dass, unabhängig von den Veranstaltungen, Auftragsarbeiten für Gemälde gerne entgegengenommen werden.

Björn Bachirt

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